Der Maulwurf

Veröffentlicht von Julia Lock am

Wie sieht ein Maulwurf aus?

MaulwurfDer Maulwurf wird ca. 10 bis 15 cm lang und bringt ein Gewicht von bis zu 150g auf die Waage. Er hat eine lange, spitze Schnauze, die an einen Erdbohrer erinnert. Der Körper ist sehr gedrungen und walzenförmig. Sein Fell ist schwarz-braun.

Das Besondere am Fell des Maulwurfs ist, dass seine Haare senkrecht nach oben stehen und keine nach hinten gerichtete Wuchsrichtung haben, wie es bei anderen Tieren üblich ist. Grund hierfür ist, dass sein Fell so keinen Widerstand bietet in seinem engen Gangsystem, egal in welche Richtung (vorwärts, seitwärts, rückwärts) er sich bewegt.

Die Vorderpfoten des Maulwurfs sind perfekt zum Graben angepasst und sehen aus wie kleine Schaufeln. An ihnen befinden sich platte Nägel und die Innenflächen sind nach außen gedreht. Seine Hinterfüße sind kleiner. Mit ihnen drückt er die überschüssige Erde nach oben und produziert seine typischen Maulwurfshügel. Er ist damit perfekt angepasst für sein Leben unter der Erde.

Wie viele Jungtiere bekommt ein Maulwurf?

Der Maulwurf ist ein absoluter Einzelgänger und trifft sich in der Regel nur einmal im Jahr zur Paarung mit seinen Artgenossen. Nach einer Tragzeit von 28 bis 50 Tagen kommen dann meist im Frühjahr die Jungtiere zur Welt. Ein Maulwurfsweibchen bringt bis zu 9 Jungtiere zur Welt.

Der Maulwurf hat eine Lebenserwartung von 3 bis 6 Jahren.

Stimmt es, dass der Maulwurf fast blind ist?

MaulwurfJa, der Maulwurf sieht sehr schlecht. Er nimmt lediglich den Unterschied von hell und dunkel mit seinen Augen war. Dafür sind bei ihm aber der Geruchs- und Tastsinn umso ausgeprägter. Selbst kleinste Erschütterungen nimmt er wahr, was man sich daher gut zu Nutze machen kann, um ihn aus dem Garten zu vertreiben.

Was frisst der Maulwurf?

Der Maulwurf ist im Gegensatz zur Wühlmaus kein Vegetarier sondern ein Insektenfresser wie der Igel. Er ernährt sich vorwiegend von Regenwürmern uns den Larven von Insekten im Boden. Um ausreichend Nahrung zu finden, durchwühlt der die Erde und wirft Erdhügel auf.

Hält der Maulwurf Winterschlaf?

Nein, der Maulwurf hält keinen Winterschlaf, er zieht sich bei kalten Temperaturen lediglich in tiefere Erdschichten zurück und hortet einen Nahrungsvorrat an. Uns kommt es nur so vor, als würde er Winterschlaf halten, weil er in den Wintermonaten weniger aktiv auf uns wirkt und kaum Maulwurfshügel produziert. Dies liegt aber meist eher daran, dass der Boden dann gefroren ist und es sich so für ihn schlecht gräbt.

Hat der Maulwurf Feinde?

FuchsJa, der Maulwurf hat eine Reihe Fressfeinde. Er steht unter anderem auf dem Speiseplan von Mäusebussard, Schleiereule, Graureiher, Fuchs, Steinmarder, Wiesel, Mauswiesel und Iltis. Da er allerdings meistens unter der Erde bleibt und nur selten aus seinem Bau schaut, ist er gut geschützt vor den meisten seiner Feinde.

Warum der Maulwurf im Garten meist unerwünscht ist

Im Gegensatz zur Wühlmaus richtet der Maulwurf zwar keinen Schaden an Pflanzen an, da er kein Pflanzenfresser ist, aber er kann einen gepflegten Garten in kürzester Zeit „verwüsten“. Ein aktiver Maulwurf kann in einer einzigen Nacht bis zu 20 Maulwurfshügel produzieren, die den Garten schnell zu einem Acker werden lassen. Er legt übrigens eine Affengeschwindigkeit hin und gräbt mit einer Geschwindigkeit von 5-15 Meter pro Stunde. Ihr könnt euch also vorstellen, wie schnell euer Garten unterwandert ist und wie viel Erde er nach oben schaufeln muss.

Kleiner Trost, falls euer Rasen verunstaltet sein solltet, der Rasen wächst schnell wieder nach, wenn man die Erdhaufen des Maulwurfs im Frühjahr planiert hat. Und der Maulwurf ist ein Einzelgänger, von daher müsst ihr im Gegensatz zur Wühlmaus nur ein einziges Tier vertreiben.

Wie unterscheidet sich der Maulswurfshügel von dem einer Wühlmaus?

MaulwurfshügelDer Maulwurfshügel ist rundlicher und größer vor allem Höher als der einer Wühlmaus. Außerdem befinden sich seine Erdhaufen auch in sehr regelmäßigen Abständen im Gegensatz zu denen der Wühlmaus. Bei dem Wühlmaushügel befindet sich außerdem das Loch nicht in der Mitte unter dem Haufen, sondern liegt etwas seitlich versetzt zur Mitte. Zudem enthält der Hügel der Wühlmaus oft Pflanzenteile und Wurzeln.

Der Maulwurf gräbt kleinere Gänge, die rund bis rund-oval sind. Die Gänge der Wühlmaus dagegen sind viel breiter mindestens 8 cm und oval.

Diesen Unterschied zu kennen, ist deshalb so wichtig, da Maulwürfe unter Naturschutz stehen und nicht bekämpft werden dürfen.

Ein einfacher aber effektiver Weg, um herauszufinden, ob es sich um einen Maulwurf oder eine Wühlmaus handelt, ist es eine Möhre in den Gang zu legen. Wenn diese angenagt wird, handelt es sich um eine Wühlmaus, denn ein Maulwurf würde sie nicht anrühren. Diese Methode nennt man die Verwühlprobe, eine entsprechende Anleitung zur Durchführung findet ihr hier.

Der Maulwurf steht unter Naturschutz

Der Maulwurf steht im Gegensatz zur Wühlmaus unter Naturschutz, er zählt zu den besonders geschützten Tieren nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Das bedeutet, dass man ihn zwar vertreiben, aber weder fangen noch töten darf. Auch Lebendfallen und Umsiedeln sind verboten. Was den Schutz des eigenen Gartens immens schwerer macht.

Es gibt zwar Ausnahmegenehmigungen in besonderen Härtefällen, aber solch ein Härtefall liegt im heimischen Garten so gut wie nie vor. Sparen Sie sich die Energie lieber mit der Bürokratie, da die Aussicht auf Genehmigung gleich Null ist und setzen sie lieber gleich auf natürliche und tierschutzfreundliche Vertreibungsmethoden wie z.B. Maulwurfschreck oder Maulwurffrei.

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Kategorien: Maulwurf

Julia Lock

Marketing-Spezialistin | Bloggerin | Hobby-Fotografin | Weltenbummlerin | maulwurf- und wühlmausgeplagte Gartenbesitzerin | seit 2 Jahren erfolgreich Maulwurf und Wühlmaus frei